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Alle sind im Clubhouse-Fieber: Was steckt hinter dem Hype?

Im Januar 2021 ging es los: Clubhouse-Einladungen machten in Deutschland erstmals die Runde und sorgten für viel Furore. Innerhalb von wenigen Tagen entstand ein regelrechter Hype um die App. Aber was steckt eigentlich dahinter und noch wichtiger: Ist es den ganzen Trubel wirklich wert?

Was ist Clubhouse?

Um herauszufinden, ob der Hype um Clubhouse begründet ist, sollte zunächst ein Überblick über die Möglichkeiten und Leistungen der App geschafft werden. Bei Clubhouse handelt es sich um eine audio-basierte Networking-App, welche 2020 das US-Unternehmen Alpha Exploration Co. auf den Markt gebracht hat. In digitalen ‚Räumen‘ können Menschen Live-Diskussionen, -Gespräche oder -Vorträge durchführen. Dabei gibt es verschiedene Rollen: die Moderatoren, die Sprecher und die Zuhörer. Jeder kann theoretisch ein Live-Gespräch starten, sich aktiv bei anderen einbringen oder einfach zuhören. Die Moderatoren sind natürlich für den Hauptinput des jeweiligen Raums verantwortlich und koordinieren den Gesprächsverlauf. Die Moderatoren wählen die Sprecher aus, beziehungsweise werden die Zuhörer auch zum Sprecher hochgestuft. Dies kann ganz spontan, sofern es der jeweilige Gesprächsfluss anbietet, geschehen.

Besonders spannend ist bei Clubhouse allerdings die Themenvielfalt. Da es keinem vorenthalten wird als Moderator einen Raum zu eröffnen, wird dem Nutzer die Möglichkeit geboten sich über die verschiedensten Bereiche zu informieren. Personen mit ausgeprägter Fachkompetenz haben hier die Chance ihr Wissen an die Leute zu bringen und als Zuhörer wird einem kein Bereich vorenthalten. Ob Finanzen, Online-Marketing, Dating-Tipps, oder Lifecoaching – bei Clubhouse wird nahezu jede Themensparte des alltäglichen sowie beruflichen Lebens abgedeckt. Funktionen wie Likes, Kommentare oder Ähnliches fallen bei der App komplett weg. Das Ganze können wir uns wie eine Mischung aus Podiumsdiskussion und Podcast vorstellen.

Die Erfolgsstory von Clubhouse

Nach der Veröffentlichung im April 2020, erreichte die App binnen weniger Monate große Bekanntheit in den USA. Kein Wunder, denn im Mai 2020 bekam das Start-up eine 100 Millionen Dollar-Finanzspritze von der Wagniskapitalfirma Andreessen Horowitz, welche schon früh in Unternehmen wie Facebook, Instagram und Airbnb investierte. Dies führte dazu, dass bereits nach kurzer Zeit prominente User wie US-Rapper Drake, Unternehmer Elon Musk oder Medienmogul Oprah Winfrey im Clubhouse-Fieber waren und somit das Interesse der Allgemeinheit weiter anstieg.

In Deutschland begann die Erfolgswelle mit den „Doppelgänger“-Podcastern Philipp Klöckner und Philipp Glöckler, welche in einer Telegram-Gruppe erstmals eine Einladungs-Kette starteten, um die Nutzerzahl bewusst zu erhöhen. Zu dem Zeitpunkt hätte wohl keiner gewusst was für eine Lawine damit losgetreten werden würde. Die App verbreitete sich rasant binnen weniger Tage und war plötzlich in aller Munde. Das Lukrative daran: Nur mit einer Einladung bekommt ein User Zugang zum System.

Diese Strategie sorgt natürlich dafür, dass möglichst viele Teil der „Auserwählten“ sein wollen. Dazu kommt, dass sich auch Prominente, Journalisten, Influencer sowie zeitweise Politiker unter die App-User gemischt haben. Der berühmte „FOMO“-Faktor („fear of missing out“ = Angst außen vor zu bleiben) hat folglich eine große Rolle bei der Erfolgsstory von Clubhouse gespielt, denn mittlerweile haben bereits über 10 Millionen Menschen den Dienst heruntergeladen. Eines wird klar: Ob Normalos oder Menschen des öffentlichen Lebens – Exklusivität lockt.

Kritik am virtuellen Exklusiv-Dienst Clubhouse

Auch wenn das alles erstmal sehr vielversprechend klingt, steht die App derzeit stark in der Kritik. Laut Datenschutzbeauftragten verstoße die Anwendung gegen europäische Regeln. Dies hängt damit zusammen, dass in kurzer Zeit zu viele neue Nutzer gewonnen wurden und die App den damit einhergehenden Anforderungen nicht gerecht wird. Je mehr Nutzer ein Portal hat, desto mehr Probleme können bekanntlich entstehen. Um Einladungen verschicken zu können, ist der Nutzer außerdem gezwungen sein Adressbuch mit der App zu teilen. Dadurch sammelt Clubhouse laut Experten zu viele überflüssige Nutzerdaten, was gegen die Datenschutzgrundverordnung verstößt. Dies dürfte nicht allen gefallen.

Des Weiteren bietet die App auch Platz für Hassprediger sowie sexistische, rechtsextreme und homophobe Äußerungen, da bekanntlich jeder mit einer vorhandenen Einladung einen Raum eröffnen darf. Dies führt unter anderem dazu, dass Falschinformationen und Verschwörungstheorien uneingeschränkt die Runde machen. China hat den Dienst sogar im Februar diesen Jahres sperren lassen, nachdem Diskussionen über Tabuthemen wie die Proteste in Hongkong 2019/2020 sowie den Taiwan-Konflikt entstanden.
Wer Teil des exklusiven Clubs werden möchte sollte also im Hinterkopf haben, dass sich die Software des Dienstes noch im Entwicklungsstadium befindet. Community-Guidelines sowie Nutzungsbedingungen wurden inzwischen teilweise aktualisiert, doch auch hier bedarf es sicherlich noch mehrfachen Korrekturen.

 

Worth the hype?

Zusammenfassend ist der Wirbel um Clubhouse nicht unbegründet. Die digitalen Panels laden dazu ein sich mit Menschen vom Fach zu vernetzen und teilweise sogar fortzubilden. Auch der Unterhaltungsfaktor kommt durch Influencer, Prominenz & Co. nicht zu kurz. Durch die Möglichkeit sich aktiv in die Gespräche miteinzubringen, bereitet die App derzeit neue Kommunikationsweisen, Fortbildungsoptionen und Unterhaltungswege.

Der größte Erfolgsfaktor bleibt allerdings das Einladungs-System für die Club-Mitgliedgliedschaft. In einer Zeit in der „Schnelllebigkeit“ das Stichwort ist und mit den aktuellsten Plattformen/Trends kaum noch mitgehalten werden kann, ist die Angst etwas zu verpassen groß. Besonders wenn es Menschen aus dem öffentlichen Leben vormachen. Es nimmt nahezu schon Strukturen aus der Schulzeit an, in der die meisten zu dem ‚coolen Club‘ gehören wollen. Letztlich lässt sich dies natürlich auf viele Plattformen und Trends der heutigen Zeit zurückführen.

Die Macher kündigten vor Kurzem an, dass User bald auch ohne Einladung Zugang zum Netzwerk bekommen können. Der Termin hierfür ist noch nicht bekannt. Die App ist zudem bisher ausschließlich im Apple-Store erhältlich. Android-User sind also noch außen vor. Auch hier wurde bereits angekündigt, dass die Nutzung zukünftig für das Google-Betriebssystem möglich sei. Ob Clubhouse eine Eintagsfliege bleibt oder den Sprung zum Bestandteil von Marketing- und Kommunikationsinstrumenten schafft, kann demnach zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Es lohnt sich aber am Ball zu bleiben.

 

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern in diesem Artikel die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

Jasmin Askari Beraterin clubhouse

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